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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






09.12.2019 

Neue Stadtjugendpflegerin Anja Jansen will Kindern und Jugendlichen mehr Gehör verschaffen

Kindern und Jugendlichen zu ihren Rechten verhelfen. Das ist eines der wichtigsten Ziele von Elmshorns neuer Stadtjugendpflegerin Anja Jansen, die seit dem 1. Oktober als Ansprechpartnerin für den Nachwuchs aktiv ist. „Die Kinder und Jugendlichen sollen die Stadt als lebenswerten Ort erleben“, erklärt sie.
Im rollenden Rathaus auf dem Buttermarkt nimmt Stadtjugendpflegerin Anja Jansen an den Sitzungen des Kinder- und Jugendbeirats teil.

Stadtjugendpflegerin Anja Jansen ist seit 1. Oktober im Dienst.
Foto: Herr Hinz, Stadt Elmshorn

„Eine lebenswerte Stadtgestaltung hängt mit der Umsetzung der Kinderrechte zusammen“, so Anja Jansen. Diese seien dem Nachwuchs aber häufig gar nicht richtig bewusst. Daher wolle sie die Kinder und Jugendlichen für ihre Möglichkeiten zur direkten Mitsprache sensibilisieren, erklärt die 37-jährige studierte Sozialpädagogin.

Neuwahl des Kinder- und Jugendbeirats steht bevor

Eine solche direkte Beteiligungsmöglichkeit ist zum Beispiel der Kinder- und Jugendbeirat. Den dürfen vom 24. bis 28. Februar 2020 alle 12- bis 17-jährigen Elmshorner*innen neu wählen. Kandidatenvorschläge sind bis zum 18. Januar möglich, zugelassen sind dafür 12- bis 20-Jährige. Ein erster Wahltermin musste noch aufgrund fehlender Bewerber*innen verschoben werden – Beleg dafür, dass die Kinder und Jugendlichen diese Möglichkeit der Mitsprache gar nicht auf dem Schirm haben, so Jansen.

Jeder kann mitmachen

Das habe sie bei ihren Antrittsbesuchen im Kinder- und Jugendhaus Krückaupark oder auch im Stromhaus der AWO bereits feststellen müssen. Dabei sei das Interesse durchaus da: „Viele Kinder und Jugendliche haben einfach falsche Vorstellungen davon, was sie mitbringen müssen“, sagt Anja Jansen. Letztlich gehe es nur darum, denjenigen, die vor Ort leben, Gehör zu verschaffen. Beispielsweise wenn die Geräte auf einem Spielplatz kaputt sind oder allgemein Treffpunkte für die Jugend fehlen. Politisches Interesse sei dafür keine Voraussetzung.

Kinder Jugend Beirat Logo

Wer sich ein eigenes Bild von der Beiratsarbeit verschaffen will, kann das schon am Freitag, 13. Dezember 2019, um 16 Uhr. Dann tagen die aktuellen Mitglieder*innen wieder im rollenden Rathaus, also dem bunten Bauwagen auf dem Buttermarkt.

Andere Beteiligungsformen sind in Arbeit

„Parallel zur Beiratsarbeit gucke ich aber auch, ob Kinder und Jugendliche noch andere Möglichkeiten benötigen, um sich einzubringen“, sagt Anja Jansen. Denkbar seien etwa Workshops. Alternative Formen der Beteiligung existieren zudem bereits, so zum Beispiel das Planspiel Kommunalpolitik mit echten, in Elmshorn aktiven Vertreter*innen von Parteien und Bündnissen.

Außerdem will Anja Jansen die Arbeitsgruppe aus allen Schülervertretungen in der Stadt und dem Kinder- und Jugendbeirat neu beleben, die Mobile Spielplatzbetreuung an veränderte Bedingungen anpassen und gemeinsam mit Sportvereinen und Partnern ein Konzept für den Jugendcontainer im Steindammpark ausarbeiten. Der Jugendcontainer soll im April mit einer großen Party offiziell eröffnet werden.

Netzwerken mit eigenem Stil

„Ich bin nicht als Einzelkämpferin unterwegs, sondern sehr netzwerkorientiert“, erklärt die neue Stadtjugendpflegerin. Erfolg gebe es nur im Team. „Ich weiß zum Beispiel nicht, was jeden Tag in den Schulen oder im Haus der Jugend los ist und die Kinder und Jugendlichen umtreibt“, sagt Anja Jansen. Dafür sei sie auf die Kolleg*innen vor Ort angewiesen. Und auch mit anderen Kommunen  und Gemeinden sucht sie den Austausch. Dabei gelte aber trotz aller Gemeinsamkeiten: „In Elmshorn muss die Kinder- und Jugendarbeit anders aussehen, als in Quickborn, Pinneberg oder Itzehoe.“ Schließlich seien die Strukturen und Akteure auch andere.

Schutzkonzepte sollen Übergriffe verhindern

Für das nächste Jahr hat sich Anja Jansen zudem vorgenommen, Schutzkonzepte mit den Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu erarbeiten. Diese sollen den Schutz sowohl der Kinder und Jugendlichen vor Übergriffen, aber andersherum auch der Mitarbeiter*innen in problematischen Fällen sicherstellen. „Das ist in den vergangenen Jahren zunehmend wichtiger geworden“, sagt Anja Jansen.

Rückendeckung vom Rathaus

Vonseiten des Rathauses genießt sie volle Rückendeckung für ihre Aufgabe. Erster Stadtrat Dirk Moritz: „Es ist uns gelungen, eine engagierte junge Mitarbeiterin zu gewinnen, die die Interessen der Kinder und Jugendlichen vertreten soll.“ Für diese Arbeit sei Anja Jansen mit ihrer langjährigen Praxiserfahrung aus ihrer vorherigen Tätigkeit in der Hamburger Jugendhilfe genau die Richtige.

 

Autor/Autorin: Herr Hinz, Stadt Elmshorn