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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






05.12.2019 

Busverkehr im Sanierungsgebiet: „Historische Chance“ der Neuordnung

Mit einer nutzerfreundlicheren Linienführung soll der Busverkehr im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen erheblich verbessert werden. In einem gemeinsamen Vorschlag werben das Planungsbüro Argus, die Südwestholstein-ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft (SVG) und die Stadt Elmshorn für die Neuordnung im Herzen der Stadt. Die Entscheidung über den Vorschlag liegt jetzt bei der Politik.
Die vorgeschlagene Buslinienführung im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen. Diese Variante sieht unter anderem am Buttermarkt gegenüberliegende Haltestellen vor.

Die vorgeschlagene Buslinienführung im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen.
Grafik: Argus

Für den ÖPNV-Experten Claudius Mozer von der SVG ist es eine einmalige Gelegenheit: Mit den geplanten Umbaumaßnahmen im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen kann auch der Busverkehr neu gedacht werden. Er spricht von einer „historischen Chance“, die Linienführung nutzerfreundlicher zu gestalten. Der gemeinsam mit dem Planungsbüro Argus (Verkehr), dem Planungsbüro Planorama (Freiraumplanung), der SVG und der Stadt Elmshorn erarbeitete Vorschlag sieht im Kern vier wichtige Änderungen vor:

  1. Die Haltestelle am Probstendamm wird erhalten, zugleich wird auf der gegenüberliegenden Seite des Buttermarktes, an der Schauenburger Straße, eine Haltestelle für die Gegenrichtung erstellt. Damit können auch ortsunkundige Fahrgäste schnell ihre Rückfahrhaltestelle ausmachen. Zugleich bleibt die Innenstadt gut angebunden.
  2. Statt Haltestellenhäuschen auf Seite der Marktfläche aufzustellen, können diese voraussichtlich in die Gebäude am Rande des Buttermarktes integriert werden, eventuell in Form von Arkaden, die einen attraktiven und wettergeschützten Wartebereich darstellen
  3. Die Straße Vormstegen wird – das sieht auch das übergeordnete Verkehrskonzept vor – wieder in beiden Richtungen befahrbar und  auch vom Busverkehr genutzt werden.
  4. Die Haltestelle Reichenstraße wird aufgegeben und durch eine neue Haltestelle voraussichtlich auf Klostersande ersetzt. Damit wird auch die Kreuzung Berliner Straße / Reichenstraße / Hamburger Straße entlastet. 

Aus Sicht der städtischen Planer*innen erlaubt das Konzept eine besonders hochwertige Gestaltung des neuen Buttermarktes – und zugleich auch die komplette Barrierefreiheit der Fläche.  

In der November-Sitzung des Ausschusses für Stadtumbau fand sich unter den Politiker*innen keine Mehrheit für den vorgestellten Entwurf. Sie verwiesen das Thema zurück in ihre Fraktionen, um erneut darüber zu beraten und in der Dezember-Sitzung zu entscheiden. Kritisiert wurde unter anderem der – unausweichlich entstehende – Engpass auf Vormstegen: Auf einer Länge von 20 Metern ist die Straße derart verengt, dass Pkw sich zwar begegnen können, nicht aber Linienbusse. Eine Herausforderung, der Berufskraftfahrer gewachsen seien, betonte Claudius Mozer, und verwies auf den Busverkehr im hamburgischen Ottensen, „in den alten Straßen wird dort ein fünf- bis zehn-Minuten-Takt unter ähnlichen Bedingungen gefahren“, betonte der Experte. Wird der Beschluss für das Konzept im Dezember gefasst, könnten die Planungen weiter konkretisiert werden.

 

Autor/Autorin: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn