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Elmshorn
Foto: Reimer Wulf 






05.11.2019 

Baustelle Vormstegen: Wo Kanalbau Handarbeit ist

Nur 130 Kanalmeter trennen das Haus der Technik von seiner großen Premiere: Sind sie verlegt, kann das neue Pumpwerk endgültig ans Netz gehen. Doch diese 130 Meter haben es in sich. Denn in den engen Baugruben auf Vormstegen muss wegen der zahllosen Leitungen im Erdreich immer wieder behutsam von Hand ausgeschachtet werden. Bis Ende April 2020 werden die Arbeiten daher andauern.
Auf Vormstegen werden neue Regen- und Schmutzwasserkanäle verlegt - aufgrund zahlreicher alter Leitungen muss dabei immer wieder von Hand gearbeitet werden.

Foto: Herr M. Planer, Stadt Elmshorn

Sieben Monate lang Vollsperrung für 130 Meter Kanal: Für Madonna Tannous von der Stadtentwässerung Elmshorn ist dieser Zeitplan keine Überraschung. „Kanalbaustellen in alten Innenstädten sind immer etwas komplizierter“, erklärt die Ingenieurin. Schließlich sei die Straße Vormstegen historisch über die Jahrhunderte gewachsen. Nicht immer seien dabei alle Unterlagen korrekt geführt worden – oder, schlimmer noch, erhalten geblieben. Und so finden sich im Erdreich auch Leitungen an, die auf heutigen Plänen nicht eingezeichnet sind, aber durchaus noch in Betrieb sein könnten. „In unserem Zeitplan ist daher bereits berücksichtigt, dass wir stellenweise von Hand ausschachten lassen müssen, um diese Leitungen nicht zu beschädigen“, erläutert Tannous. Das sei schneller, als bei der Vielzahl von möglichen Inhabern – von Telekommunikationsunternehmen bis zu Versorgern – nachzuhaken, ob die Leitung gekappt werden könnte.

Und so arbeiten sich die Bauarbeiter zwischen der Einmündung zum Osterfeld und der Kreuzung Reichenstraße / Klostersande / Westerstraße Stück für Stück voran. In ihrer engen, drei Meter tiefen Baugrube tragen sie das Erdreich tatsächlich zeitweilig mit einem Spaten ab, bevor es mit der Baggerschaufel vorsichtig an den zahllosen Leitungen vorbeimanövriert wird. Immer dabei: Ein Kampfmittelexperte, der nach möglichen Blindgängern Ausschau hält. Vormstegen gilt als Verdachtsfläche.

Der neue Regenwasserkanal zählt mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern in Elmshorn zu den ganz großen. Auch ein neuer Schmutzwasserkanal – mit 25 Zentimetern ein vergleichsweise kleines Modell – wird verlegt. 565.000 Euro wird die Maßnahme voraussichtlich kosten. Um die Straße nicht in wenigen Jahren erneut aufreißen zu müssen, beteiligen sich die Stadtwerke Elmshorn an dem Projekt: Sie erneuern ihre Gas- und Wasserleitungen. Mit Abschluss des Vorhabens wird das letzte Puzzlestück verlegt sein, um den insgesamt 140 Hektar großen Einzugsbereich des Hauses der Technik auch bei starken Regenfällen noch zuverlässig zu entwässern.

Seit 2014 hat die Stadtentwässerung Elmshorn sieben Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen realisiert, 2500 Meter Kanalisation verlegt und mit dem Haus der Technik ein neues Pumpwerk errichtet. Außer den Arbeiten auf Vormstegen stehen noch der Kanalbau entlang der Schauenburgerstraße sowie an den beiden neuen Straßen, die das Quartier künftig erschließen sollen, an.

 

Autor/Autorin: Herr Planer, Stadt Elmshorn